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Verraten und verkauft - ein Experiment


Es war einmal... eine einzigartige, wirklich echte E-Mail-Adresse. Diese E-Mail-Adresse kann es kein zweites Mal geben, sie ist einfach unbezahlbar. Oder sagen wir besser: sie war unbezahlbar.

Was war geschehen?

Diese besagte E-Mail-Adresse nutzte ich über Jahre hinweg nur für private Zwecke: nur engsten Freunden und Familienangehörigen teilte ich diese Adresse mit. Bis, ja... bis ich eines Tages (zugegebenermaßen) zu faul war und meine Mail-Adresse für die Onlinerechnung bei meinem damaligen Telefonanbieter nutzte, statt eine meiner üblichen GMX-Mail-Adressen zu nutzen.
Bis zu jener Zeit bekam ich keine einzige (!) Spam-Mail. Aber das änderte sich zwei Monate später. Ab dann trudelten täglich (!) ca. 20 Spam-Mails ein. Und zu jener Zeit wurde auch öffentlich bekannt, dass der Telefonanbieter massenhaft E-Mail-Adressen seiner Nutzer und Kunden an fremde Firmen verkauft hat.
Seit jener Zeit kann ich meine Mail-Adresse nicht mehr nutzen. Sporadisches Neu-Anlegen der Adresse zeigt, dass weiterhin etliche Spam-Mails eintrudeln. Ich bin - gelinde gesagt - deswegen auch heute noch stinksauer!

Immer mehr Spam

Auch über meine meistgenutzte E-Mail-Adresse (GMX) tauchen neben dem üblichen Spam seit zwei-drei Monaten beinahe täglich neue (!) Spam-Mails auf, oder vielmehr: häufig reguläre Newsletter von z.B. auto.de, lidl.de usw. Nur: diese Newsletter-Mails bekommt man nur, wenn man sich für diesen anmeldet und diese Anmeldung über einen an die angegebene Mail-Adresse zugesandten Bestätigungslink bestätigt (Double-Opt-In Verfahren).
Da ich mich weder bei auto.de noch lidl.de und den anderen, hier nicht aufgeführten, Anbietern für einen Newsletter angemeldet habe, wurde ich also (wieder mal) verraten und verkauft.
Von wem? Das weiß ich nicht, denn zugegeben: diese GMX-Mail-Adresse nutze ich seit über zehn Jahren für ca. 50 oder mehr Dienste: von (gewollten) Newslettern über Forenanmeldungen bis hin zu - ja: geschäftlichem Schriftverkehr (z.B. meine Hoster für meine diversen Domains).

Die Konsequenz: ein Experiment

Zu allererst möchte ich klarstellen, dass die folgende Methode (mein Experiment) keine absolute Garantie geben kann, den (zukünftigen) "Verräter und Verkäufer" ausfindig zu machen.
Denn zum Beispiel wird in den Whois-Daten von z.B. .com Domains u.a. auch die Mail-Adresse des Domaineigners veröffentlicht. Die Mail-Adresse ist also ohne Weiteres einsehbar, aber dafür kann ich ja nicht den Hoster verantwortlich machen. Daneben gibt es noch weitere Restriktionen.

Individuelle E-Mail-Adresse für jeden Dienst
Ich habe für das Experiment extra drei Domains registriert, die nun zur Anwendung kommen:
Jeder einzelne Dienst - egal ob Newsletteranmeldung, Hoster, Forum, Twitter, Bank usw. bekommt (oder hat bereits) eine eigene E-Mail-Adresse (bekommen).
Diese Mail-Adressen dürften (eigentlich) schwer für Dritte zu erraten sein (außer u.U. die Angaben in den Whois-Daten für meine Domains, siehe weiter oben), denn von der einfach(st)en Methode dienstname@domain.xy habe ich abgesehen. Stattdessen sind die individuellen Mail-Adressen beispielhaft folgendermaßen aufgebaut:

Beliebige, nur einmal vergebene Ziffernfolge (punkt) Dienstname (ät) subdomain (punkt) domain.xy

Beispiel (wirklich nur ein Beispiel, diese Mail-Adresse gibt es nicht):

089.netto-newsletter@zufgf3.thorstn.com

Die einzelnen Mail-Adressen (und folgende Mails) werden auf eine (jeweils domain-abhängige) Haupt-Mail-Adresse weitergeleitet, sodass ich nicht für jede individuelle Mail-Adresse ein eigenes Postfach (POP3 oder IMAP) anlegen muss.

Die Nachteile
Es ist - vor allem am Anfang - beinahe kaum bis gar nicht möglich, sich alle (neuen) E-Mail-Adressen zu merken. Das hat vor allem bei Diensten, bei denen ich die Mail-Adresse zum Login (z.B. Kundenbereich meiner Hoster) benötige, einen großen Nachteil.
Sicher, die Mail-Adressen, die ich öfters nutze (Login), werde ich mir eher merken können. Für diese und natürlich auch alle anderen Mail-Adressen habe ich eine (verschlüsselte) Liste erstellt. Als Spickzettel sozusagen.
Daneben ist es natürlich eine langwierige Arbeit, für jeden einzelnen Dienst eine Mail-Adresse anzulegen und dies natürlich auch in den Einstellungen des jeweiligen Dienstes zu ändern.

Ob es etwas bringt?
Ganz ehrlich: ich weiß es nicht. Aber wenn ich das tägliche Spam-Aufkommen sehe, dann will ich einfach wissen, wer oder was mich da verrät und verkauft. Nicht zuletzt wegen der ganz oben beschriebenen einzigartigen, wirklich echten E-Mail-Adresse, die ich leider nicht mehr nutzen kann...

Ergebnisse und Erkenntnisse werde ich auf dieser Seite veröffentlichen, sobald es etwas Nennenswertes zu berichten gibt.


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